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Das gute Buch?


Manuel Radde


(Leseprobe)


»Es geht uns mit Büchern wie mit den Menschen. Wir machen zwar viele Bekanntschaften, aber nur wenige erwählen wir zu unseren Freunden.«
(Ludwig Feuerbach)


Was ist ein gutes Buch?

Es gibt Bücher, bei denen das Erscheinungsbild im Vordergrund steht und die um jeden Preis auffallen wollen, ihren Anspruch aber nicht einlösen können. Einige Bücher, deren Schwerpunkt auf dem Inhalt liegt, vernachlässigen wiederum ihre Gestaltung, sodass man sie oft übersieht oder sich hindurchkämpfen muss. Und dann gibt es Bücher, bei denen wir nicht ganz genau wissen, was wir an ihnen so besonders mögen oder auch nicht. Ist ein Buch gut, wenn der Inhalt gut ist? Oder ist es gut, wenn es schön ist?

Wenn wir ein Buch beurteilen, beziehen wir uns in der Regel auf den Inhalt. Das ist auch nachvollziehbar, denn wir wollen es lesen und nicht nur anschauen. Der Erscheinungsform wird dabei meist wenig Bedeutung beigemessen. Aber was bleibt übrig, wenn man die Form vom Inhalt abzieht?


Es gibt keinen Inhalt ohne Form

Information (von lateinisch in-formare: »formen«, »bilden«, »gestalten«, »ausbilden«, »unterrichten«, »darstellen«, »sich etwas vorstellen«). Informationen können bewusst als Nachricht über einen Kanal/Datenträger von einem Sender an einen Empfänger übermittelt oder auch unbewusst transportiert werden und durch die Wahrnehmung von Form und Eigenschaft eines Objektes auffallen.

Jede Information ist auf bestimmte Art und Weise gestaltet. Uns fällt das nicht immer auf, da Kommunikation oft unbewusst beziehungsweise aus Gewohnheit stattfindet. Inhalt in eine Form zu bringen ist ein wesentlicher Prozess, der schon beim Erstellen eines Textes beginnt und sich bis zur Gestaltung des Buchumschlags kontinuierlich fortsetzt. Formale Eigenschaften sind bereits Teil des Inhalts, sie sind nicht durch eine klare Linie voneinander getrennt, sondern überschneiden und bedingen sich gegenseitig. So kann es sein, dass ein und derselbe Satz durch seine Gestaltung die unterschiedlichsten Bedeutungen hervorbringt, sei es durch die Wahl der Schriftart, die Silbentrennung, den Absatz, den Einsatz von Versalien und dergleichen mehr. Wenn wir etwas vermitteln wollen, ist es unmöglich, neutral zu kommunizieren. Es bleibt immer ein Rest von Subjektivität an jeder Aussage hängen. Bücher sprechen nicht nur eine Sprache.

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