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Die Sache mit den Heftln


Manuel Fronhofer


(Leseprobe)


Printmedien und ihre Krisen. Oder: Ein persönlicher Blick auf Herausforderungen, die es für kleine Verlage eigentlich immer schon gegeben hat.


Allerorts negative Aussichten, was gedruckte Medien betrifft? Es scheint so. Gerade auch im Zeitschriftenbereich, um den es hier gehen soll. Während Anzeigenumsätze gefährlich rasch und Leserinnen und Leser zumindest nach und nach wegbrechen, sind allgemein anwendbare neue Geschäftsmodelle in diesem Bereich nämlich nicht in Sicht. Die Menschen würden Zeitungen und Magazine, so heißt es, falls überhaupt noch, dann online lesen. Dort reiben sich die Verlage zwischen kostenlosen Angeboten ohne ausreichend Werbeeinnahmen und kostenpflichtigen ohne ausreichend Nutzerinnen und Nutzer zusätzlich auf.

Als Folge werden Redaktionen verkleinert oder – oft unausgesprochen – in günstigere Content-Produktionseinheiten umgewandelt, die mangels Ressourcen nicht viel mehr tun können als freundlich, aber bestimmt Pressemeldungen durchzuwinken. Alternativ verringert man, wenn Medien nicht gleich komplett eingestellt werden, deren Erscheinungsintervalle. Beides Entwicklungen, die den Trend nur zusätzlich verstärken: Wie sollen sinkende Qualität und Unregelmäßigkeiten neue Leserinnen und Leser und folglich wieder mehr Inserenten bringen? Doch natürlich geht es dabei vor allem um den Versuch, trotz einbrechender Einnahmen überhaupt weiter bestehen zu können und die Verschiebung von Inseratenbudgets in andere Segmente möglichst schmerzfrei abzufedern. Ein Überlebenskampf, der aus der Defensive heraus geführt werden muss – bisher leider ohne wirkliche Gegenrezepte.

Die meisten kleinen Verlage, welche keine Investoren im Hintergrund haben, die für das nötige Durchhaltevermögen sorgen, dürften die Situation zumindest aus ihren Anfangstagen kennen, nämlich dass das, was die eigenen Publikationen einspielen, nicht ausreicht, um die eingebrachte Arbeit angemessen zu entlohnen, wobei das in meinem persönlichen Fall zu Beginn auch nicht unbedingt der Plan war.

Das Magazin The Gap entstand aus der Begeisterung für bestimmte Themen (vor allem Musik) und das Schreiben über ebendiese sowie aus einem zumindest subjektiv empfundenen Mangel an entsprechenden Medien. Die ersten Ausgaben in den Jahren 1997 bis 2001 mit Auflagen im niedrigen vierstelligen Bereich sahen wir selbst – im Kern eine kleine Gruppe von Publizistikstudenten – mangels Erfahrung zwar als große Leistung, aber eben auch als Spaßprojekt, als Hobby, wenn man so will, das professionellen Ansprüchen nicht unbedingt zu genügen brauchte. Gleichzeitig waren diese frühen Ausgaben nicht nur Spielwiese für redaktionelle Arbeit, sondern erlaubten es uns auch, in Bereichen wie Produktion, Layout, Distribution oder Marketing vieles auszuprobieren und zu lernen.

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