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Open Access ― eine Verlagssicht(Leseprobe)


Joachim Engelland


(Leseprobe)


»Veröffentlicht doch Open Access!« – kein wissenschaftlicher Verlag entgeht dem Appell. Neben moralischen Argumenten werden ökonomische ins Feld geführt: Open Access entlaste Bibliotheken, den Wissenschaftsbetrieb und sogar die Kostenstruktur der Verlage.
Ja, wenn es so simpel ist, warum macht es dann nicht jeder? Was gehört dazu, um Erfolg mit frei verfügbaren Publikationen zu haben? Kann man damit seinen Lebensunterhalt bestreiten?


Wissenschaftliche Publikationen – ein Autorenmarkt
Die Voraussetzungen für Open Access, ein Geschäftsmodell, bei dem der Autor und die Autorin für die Publikationskosten aufkommen, sind zunächst nicht schlecht, denn der Impuls zur Publikation geht in jedem Fall vom Autor oder der Autorin aus: Sie wollen mit den Ergebnissen ihrer Arbeit an die Öffentlichkeit. Der Leserkreis aber ist klein – die potenziellen Kunden sind wenige. Es sind im weitesten Sinne die Fachkollegen des Autors/der Autorin. Wissenschaftliche Publikationen sind daher seit jeher von Autoren oder Autorinnen mitfinanziert. Druckkostenzuschüsse lernt der Wissenschaftler spätestens dann kennen, wenn er für seine Dissertation einen Verlag sucht. Sie sind Bestandteil jeder Verlagskalkulation, ebenso wie vormals bei gedruckten Zeitschriften die Farbzuschläge oder Gebühren für überlange Artikel. Der Autor und die Autorin bleiben zum Glück – berufliche Verankerung vorausgesetzt – mit ihrem Publikationsbedürfnis und den Kosten nicht alleine. Es stehen Finanzierungsquellen der öffentlichen Hand zur Verfügung, aber auch Stiftungen und Mäzene sowie – im Fall naturwissenschaftlicher Publikationen – die forschende Industrie. In erster Linie aber wird die Literatur durch eine künstliche Nachfrage unterstützt, den Sammelauftrag der Bibliotheken. Ohne die Hoffnung, dass ein Titel sich über den Erwerb durch Fachbibliotheken finanziert, müsste der Verlag dem Autor oder der Autorin häufig die vollen Kosten der Produktion in Rechnung stellen.


Was muss eine Wissenschaftspublikation leisten?
Nun aber haben wir das Internet. Reicht es nicht, Forschungsergebnisse zukünftig in Blogs, Diskussionsforen und Wikis zu veröffentlichen? Zu geringeren Kosten und zugleich weltweit zugänglich? Offenbar nicht. Es gibt ein Gespür dafür, was eine »richtige Publikation« ist. Und es ist mehr als nur »cool«, einen Artikel in einer hochrangigen Zeitschrift veröffentlicht zu haben. Eine solche Publikation steigert die Sichtbarkeit und Reputation des Autors/der Autorin, die Chancen auf Fördermittel verbessern sich, und es beeindruckt die Berufungskommissionen der Universitäten.

Was also macht eine wissenschaftliche Publikation aus? Und was darf sie kosten? Da ist schon die Ernüchterung: Open-Access-Publikationen müssen die gleichen Merkmale erfüllen wie vom Leser finanzierte Publikationen. Damit fallen aber auch vergleichbare Kosten an.

Die Grundausstattung
Es beginnt kostengünstig: Man braucht eine Internet-Domain, einen Webserver, ein wenig Software. Mit rund 60 Euro im Jahr kommt man hier schon weit.

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